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Buchempfehlung

 

Der Promotionsratgeber "Promovieren mit Plan", den ich mit meiner Kollegin und Freundin Randi Gunzenhäuser geschrieben habe, wird im Frühjahr 2015 vollständig überarbeitet und nunmehr in der dritten Auflage neu erscheinen!! Aktuell arbeiten wir auf Hochtouren zusammen mit dem Barbara Budrich Verlag (und utb) an den Endarbeiten und wünschen Ihnen danach viel Spaß, Erkenntnisse, Tipps und Hilfestellungen auch für Ihr persönliches Promotionsprojekt.

Hier ein Einblick in Vorwort und Einleitung der neuen Auflage:

Vorwort

Sie wollen promovieren? Sie wissen nicht, was auf Sie zukommt? Wir sagen es Ihnen!

Im Gegensatz zu anderen Ratgebern gehen wir nicht davon aus, dass sich alle Promotionswilligen gleichen. Im Gegenteil! Gerade heute gibt es in dieser Gruppe ganz unterschiedliche Motivationsgründe und Ausgangssituationen, die sich auf den Promotionsverlauf entscheidend auswirken.

Deshalb haben wir uns die verschiedenen Arbeits- und Lebensbedingungen von Promotionswilligen vor Augen geführt und versucht, die wesentlichen Profile einzelner Gruppen auszumachen. Wir gehen davon aus, dass auch Sie sich in mindestens einer dieser Gruppen wiederfinden, und wollen Ihnen durch auf Sie zugeschnittene Hinweise, Tipps und Tricks den Weg zum Ziel erleichtern: den erfolgreichen Abschluss Ihrer Promotion!

Warum dieser Ratgeber heute wichtiger ist denn je?

Wir freuen uns sehr, dass unser Ratgeber so freudig nachgefragt wurde, dass wir nunmehr die dritte Auflage präsentieren können. Obwohl wir die grundlegende chronologisch aufgebaute "Schritt-für-Schritt"-Struktur der ersten und zweiten Auflage beibehalten haben, gab es allerhand zu verändern und neu zu schreiben.

Wie schnell die technologische Entwicklung in der Realität fortschreitet, konnten wir bei der Lektüre der relevanten Passagen der zweiten Auflage diese Ratgebers hautnah zur Kenntnis nehmen.

Mittlerweile ist kein Bereich des Lebens mehr denkbar ohne digitale Medien in allen Variationen, Ausformungen und Verknüpfungen. Die vielen Vorteile dieser Entwicklungen, stehen einer Reihe von spezifischen Nachteilen gegenüber, die wir in unserem Dissertationsratgeber dringend ansprechen müssen.

Es ist natürlich wunderbar, dass ich auf Knopfdruck eine Unmenge an Daten (Wissensinhalte) abrufen kann, mich zu jedem Thema weltweit austauschen kann und so die Möglichkeit habe in kürzester Zeit mein Wissen zu erweitern.

Aber: Die Masse der Informationen ist unstrukturiert mehr als hinderlich und führt nicht selten zu einem frühen Untergang von Projekt und Person. Das heißt: Alles Wissen dieser Welt nutzt nichts, wenn man nicht eine klare eigenständige Fragestellung entwickelt, die auch mit den relevanten Menschen aus dem jeweiligen wissenschaftlichen Fach abgestimmt wurde, um dann zielgerichtet mit dem zur Verfügung stehenden Material gewichtet und selektiert umgehen zu können.

Das heißt: Es braucht immer noch analoge Fähigkeiten, wie z.B. das Gespräch mit der Betreuungsperson, die Nachfrage bei der Universitätsverwaltung, der Gang zur Bibliothek usw.

Wir haben in unserer Ãœberarbeitung der Omnipräsenz digitaler und sozialer Medien nicht Rechnung getragen, indem wir alle Hard- und Software-Hilfsmittel für jede Arbeitssituation aufzählen. Das wäre auf Grund der rasanten Entwicklung ohnehin sinnlos. Vielmehr geben wir in diesem Ratgeber Anregungen, welche analogen Fähigkeiten der Sogwirkung entgegentreten können.

Aus strukturellen Gründen sind aus den ursprünglich 12 Gruppen der Promovierenden sieben weggefallen.

Die Universitäten sind mittlerweile gezwungen immer mehr Studierende in immer kürzerer Zeit in den Arbeitsmarkt einzuspeisen. Mit der Einführung und Umsetzung von Bachelor- und Masterstudiengängen sollten eigentlich hehre Ziele (Internationalisierung, Verbesserung der Studienqualität und mehr Transparenz und Vergleichbarkeit der Abschlüsse, Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit, Modularisierung etc. (http://www.bmbf.de/de/3336.php vom 24.9.2013) umgesetzt werden. Fakt ist, dass es sich dabei auch um die Schließung der demographischen Lücke handelt.

Der Verdichtungsdruck ist auch angesichts der demographischen Entwicklung nötig geworden. Schon jetzt fehlen qualifizierte Nachwuchskräfte in allen Sparten.

Das bedeutet nicht nur Stress für die Studierenden und Promovierenden, sondern auch Stress für die Universitäten, die Fakultäten und die Lehrstühle. Niemand hat noch eine Atempause; neben mehr Lehr-, Prüfungs- und Korrekturanforderungen haben mehr eigenständige Verwaltungs- und Akquiseaufgaben das bisherige Pensum massiv erweitert.

Schnelligkeit und Effizienz bestimmen schon den Schulalltag. Ãœberforderte Lehr- und Lernpersonen können kaum noch einen erfolgreichen Ãœbergang an die Universitäten gewährleisten. Dort erschweren gravierende Kenntnislücken und massive Grammatik- und Rechtschreibdefizite.

Die Universität muss gravierende Kenntnislücken und massive Grammatik- und Rechtschreibdefizite auffangen und kann sich nicht ihrer eigentlichen Aufgabe widmen.

Gleichzeitig ist die Universität gezwungen, immer mehr effiziente Menschen auszubilden, die den Ansprüchen der Arbeitgeber/ Unternehmen entsprechen. Kritikfähigkeit und Individualität gehen angesichts des stärkeren Uniformisierungsdrucks immer mehr verloren.

Dieser Rückblick ist auch deshalb notwendig, weil sich für Promovierende die Kluft zwischen Normierungserfahrung und

außerordentlicher individueller Forschungsanforderung auftut und nicht selten in dem Gefühl von Isolation und Verlorenheit mündet. Kurzum: Das Politische ist privat.

Und angesichts dieser Erfahrungen sind die verschiedenen Gruppen, die diesen Prozess durchlaufen - auch, bei aller Verschiedenheit - in der gleichen misslichen Lage. Und diesem Dilemma gilt es immer wieder die Stirn zu bieten. An diesem Punkt setzen wir in unserem Ratgeber an.

Wir können auch nicht umhin, uns zu den prominenten Plagiatsaffären zu äußern, die in den konkreten Ausformungen sehr unterschiedlich zu bewerten sind. Im Allgemeinen gilt was immer schon galt, das geistige Eigentum anderer ist auszuweisen.

Vor dem Hintergrund des Internet ist das Plagiieren besonders leicht, weil ich zu jeder Zeit an nahezu jeden Text herankomme, den ich mittels copy and paste in meinen eigenen Text einfügen kann. Jeder Text und ggf. auch ein einzelnes Wort - z.B. ein Terminus Technicus - muss bereits im Manuskriptstadium immer ordentlich belegt und mit Anführungszeichen versehen werden, so dass ich nicht in Versuchung gerate, ihn später als mein geistiges Eigentum in meine Dissertation einfließen zu lassen. Wer eine Dissertation schreibt sollte Respekt vor seiner und der Autorenschaft anderer an den Tag legen. Schließlich produzieren auch Sie, spätestens mit Ihrer Dissertation eine geistige Leistung, die als die Ihre anerkannt werden soll.

Auch wenn Ihre Betreuungsperson das Plagiat nicht gleich erkennt, ist es nach der Veröffentlichung möglich, die Arbeit nach Plagiaten zu untersuchen. Wer heute tatsächlich noch plagiiert, dem ist - in Anbetracht der Plagiatssoftware - nicht mehr zu helfen.

In diesem Zusammenhang ist auch die Wissenschaftsberatung ins Schlaglicht der Kritik geraten. Die Tatsache, dass wir in diesem Ratgeber Hilfestellung zum Gelingen einer Promotion leisten ist offensichtlich keine "unzulässige Hilfe" - jedenfalls wurden wir bisher noch nicht belangt. Wir alle unterschreiben ohne Argwohn die Bestätigung, dass wir selbständig und ohne unzulässige Hilfe unsere Dissertation geschrieben haben, aber was heißt das? Und was ist, wenn es unzulässige Hilfe gibt dann zulässige Hilfe? Dazu gibt es keine konkreten Ausführungen. Diese sind aber dringend notwendig.

Während der institutionalisierte wissenschaftliche Austausch innerhalb der Universitäten, in Kolloquien, in Tagungen und ähnliches natürlich als zulässige Hilfe angesehen wird, ist alles, was nicht durch die Universität institutionalisiert ist, implizit als unzulässige Hilfestellung definiert.

Wenn wir in unserem Ratgeber kontinuierlich dazu auffordern, dass Sie sich für bestimmte Aufgaben Unterstützungsleistungen über den Markt holen, dann müssen wir Ihnen auch dazu raten, dass Sie sich konkrete Auskünfte von Ihrer Universität explizit geben lassen. Auf diese juristische Lücke - Betreuungsleistung durch die Universität versus Betreuungsleistung über den Markt -muss immer wieder hingewiesen werden, so dass letztlich der Gesetzgeber sich gezwungen sieht, eine Definition der "zulässigen bzw. unzulässigen Hilfe" zu liefern.

Es gibt große fachspezifische Unterschiede im Hinblick auf Anforderungsprofil, Umfang und Unterstützungsleistung. Eine medizinische Promotion z.B. entspricht in jeder Hinsicht so selten den allgemein geltenden Promotionsbedingungen, dass der Wissenschaftsrat mittlerweile die Abschaffung dieses Doktortitels fordert.

Karrieretechnisch ist der MBA (Master of Business and Administration) ist in manchen Fällen, v. a. in der freien Wirtschaft durchaus einer Dissertation gleichgestellt. Vor allem, wenn er an einer amerikanischen Universität erworben wurde - das macht ihn allerdings auch sehr teuer.

In manchen Betrieben gibt es die Möglichkeit, sich als Nachwuchsführungskraft für ein Jahr freistellen zu lassen.

Die in Deutschland angebotenen MBA-Abschlüsse sollten auf ihre Akzeptanz auf dem Arbeitsmarkt hin überprüft werden.

Wie Sie sehen, hat sich an den Universitäten und in Hinblick auf die Promotion allerhand getan. Vieles zum Schlechten. Eine gute Nachricht betrifft die meisten der extern Promovierenden. Durch den demographischen Wandel fehlen hochqualifizierte Arbeitskräfte in allen Bereichen, so dass alle, auch die, die später in eine Karrierelaufbahn einsteigen, in allernächster Zeit ihre historische Chance ergreifen könnten.

Für wen ist dieses Buch geschrieben?

Dieses Buch richtet sich an alle Menschen, die eine Promotion andenken, planen oder bereits an einer Dissertation schreiben.

Die meisten einschlägigen Ratgeber gehen implizit davon aus, dass es sich bei den Promovierenden um eine homogene Gruppe handelt. Faktisch ist dies nicht der Fall. Die Bandbreite erstreckt sich vom "frisch gebackenen" Master der Betriebswirtschaftmit einer Promotionsstelle an der Universität über die erfolgreiche Managerin, die sich vom Doktortitel einen weiteren Karrieresprung verspricht, bis hin zum Hochschulabsolventen, der nach der Familienphase auf beruflichen Erfolg nicht verzichten möchte. Das Verfassen einer Dissertation und das Erfüllen der Promotionsvoraussetzungen ist auf Grund der jeweiligen Lebens- und Arbeitssituation mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen behaftet. Deshalb haben wir uns Gruppen mit verschiedenen Rahmenbedingungen vor Augen geführt und sie differenziert, ihre Vor- und Nachteile benannt, die strukturellen Stärken und Schwächen herausgearbeitet und - zugeschnitten auf die jeweilige Situation - nach Tipps und Tricks gesucht.

Vielleicht stellen Sie fest, dass Sie sich in verschiedenen Gruppenbeschreibungen ein Stück weit wiederfinden. Lesen Sie das Buch also trotz Zielgruppendifferenzierung ganz und an den für Sie ausgewiesenen Stellen ganz besonders intensiv durch. Auch wenn Sie sich in der Folge als Teil einer spezifischen Zielgruppe identifizieren können, ist es empfehlenswert, in den für andere Zielgruppen ausgewiesenen Textpassagen zu lesen. Nichts ist so wichtig wie der Vergleich! Es kann sein, dass Sie durch die Kenntnis der Situation anderer Promotionswilliger Ihre eigene Position plötzlich als privilegiert empfinden oder zumindest in ihrem Anstrengungsgrad relativieren.

Zur Kennzeichnung: Die unterschiedlichen Zielgruppen werden mit verschiedenen icons (Symbolen) versehen und lassen so die Lektüre "speziell für ..." zu. Selbstverständlich gibt es auch eine ganze Reihe von allgemeingültigen Hinweisen, Ratschlägen und Informationen. Sie sind für alle LeserInnen wichtig.

Der Aufbau des Buches folgt den chronologischen Schritten einer Promotion. Auch wenn Sie sich mit einzelnen Abschnitten bereits befasst haben, raten wir Ihnen dringend, zuerst einmal das ganze Buch durchzulesen. Einen realistischen Projektplan können Sie tatsächlich erst dann entwerfen, wenn Ihnen die zukünftigen Tücken bei der Planung bereits vor Augen stehen. Nehmen Sie sich diesen Ratschlag zu Herzen und befolgen Sie ihn!

Zur Schreibweise: Da immer mehr Frauen die Promotion anstreben, wird im folgenden Text das große I bemüht. Ebenso haben wir es in aller Regel vermieden, die holprige Formulierung "Doktorvater/Doktormutter" zu verwenden, und weichen meist auf den Begriff "Betreuungsperson" aus.

Wenn Sie zu folgenden Personengruppen zählen, sind Sie bei uns gut aufgehoben:

Gruppe 1:

Sie arbeiten an dem Lehrstuhl, an dem Sie promovieren, oder haben zumindest einen Lehrauftrag dort. Egal, ob die Stelle Sie ernährt oder Sie noch andere Jobs haben, Sie sind in der komfortablen Situation, Ihren guten Kontakt zum Lehrstuhl nutzen zu können. In aller Regel ist Ihre Stelle zeitlich befristet und Sie müssen sich weiterqualifizieren und mit Ihrer knappen Zeit haushalten. Räumen Sie Ihrer Dissertation gegen alle Widerstände höchste Priorität ein.

Gruppe 2:

Sie haben nach Ihrem Hochschulabschluss (in der Regel Master, Staatsexamen oder Diplom) bereits einen Beruf ergriffen, sich etabliert bzw. Karriere gemacht und wollen nach einigen Berufsjahren nun parallel zur Berufstätigkeit den Doktortitel erwerben.

Gruppe 3:

Sie haben nach Ihrem Hochschulabschluss eine Familie gegründet und sich einige Jahre vorrangig um sie gekümmert. Jetzt sind die Kinder "aus dem Gröbsten raus" und Sie wollen den Doktortitel erwerben, um sich geistig zu betätigen und Ihren Wiedereinstieg in den Beruf vorzubereiten oder Sie wollen neben der Betreuung der Kinder und der Versorgung des Haushalts promovieren, weil Sie Ihre Karriere nicht unterbrechen wollen.

Gruppe 4:

Sie arbeiten nach dem Hochschulabschluss unterqualifiziert und wollen sich durch die Dissertation beruflich verbessern. Ihre Chancen sind so gut wie nie!

Gruppe 5:

Sie haben - oder haben Aussicht auf - ein Stipendium und können sich deshalb ganz Ihrer Dissertation widmen, leiden aber unter der Isolation, mangelndem Austausch und Informationsdefizit.

Wir haben in diesem Buch bewusst eine nicht-akademische, klare, aber freundliche Sprache gewählt, um unser gedachtes Gegenüber positiv-zielgerichtet mit uns zu nehmen. Viele Ratsuchende wünschen sich ausdrücklich, dass "Klartext" gesprochen wird. In diesem Sinne lesen Sie hier in der Folge positiv-freundlich-aufmunternden Klartext.

Wenn Sie sich angesprochen fühlen, dann lesen Sie dieses Buch. Nachdem sich die Autorinnen nicht nur für besonders fähig, sondern auch für fehlbar und möglicherweise "betriebsblind" halten, freuen wir uns über Ergänzungsvorschläge oder Korrekturen. Schreiben Sie uns an folgende Adressen:

randi@randi.gunzenhaeuser.de

erika.haas@gmx.de oder www.erika-haas.de

 

 


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